E-Auto Ladezeiten an verschiedenen Ladestationen

Auch wenn Elektroautos in Deutschland derzeit noch eine deutliche Minderheit darstellen, erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit. Laut Kraftfahrtbundesamt waren 2018 zwar nur ein Prozent der neuzugelassenen Fahrzeuge reine Elektrofahrzeuge, aber ihre Zuwachsrate nahm mit fast 44 Prozent einen Spitzenplatz ein. Der Anstieg kann auf verschiedene Entwicklungen wie ein breiteres Modellangebot der Automobilhersteller, die staatliche Kaufprämie, gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz, längere Reichweiten und den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur zurückgeführt werden. Zudem haben sich die E-Auto Ladezeiten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Wie lange dauert das Aufladen eines Elektroautos an den verschiedenen Ladestationen? Kann jedes Auto an einer Schnellladestation aufgeladen werden? Und muss man den Akku möglichst leerfahren? Diese und weitere Fragen werden wir in den folgenden Abschnitten beantworten.

Minuten oder Stunden? – Große Unterschiede bei den E-Auto Ladezeiten

Die Art der Ladestation hat einen großen Einfluss auf die Ladezeit eines E-Autos. Grund hierfür ist die hinter dem System stehende Ladeleistung, welche sehr unterschiedlich ausfallen kann. An einer Haushaltssteckdose mit 2,3 kW dauert das Laden mit durchschnittlich 8-14 Stunden am längsten. Zudem muss hierbei beachtet werden, dass nicht jede Hausinstallation für die Ladung ausgelegt ist und das Laden ein höheres Sicherheitsrisiko darstellt. Laut Automobilherstellern sind Haushaltssteckdosen ohnehin nur für eine Notladung vorgesehen. Für das Aufladen Zuhause ist daher die Installation einer Wallbox zu empfehlen. Wallboxen werden an einer Haus- oder Garagenwand montiert. Je nach Leistung der Wallbox und des E-Autos liegt die Ladezeit im Schnitt zwischen zwei und sechs Stunden. An öffentlichen Ladesäulen betragen die Ladezeiten durchschnittlich zwei bis vier Stunden. Schneller geht es mit durchschnittlich 30-60 Minuten an öffentlichen Schnellladesäulen. Am schnellsten können Tesla-Modelle an den speziellen Tesla-Supercharger-Stationen aufgeladen werden, für die jedoch teilweise eine Nutzungsgebühr fällig wird.

Die Angaben für die Ladezeiten sind deshalb sehr unterschiedlich, da neben der Ladestation weitere Faktoren eine Rolle spielen. Einflussfaktoren sind hierbei unter anderem die Ladetechnik des Fahrzeugs, der Ladestand, die Akku-Kapazität, die Außentemperatur und das verwendete Ladekabel. Bei allen Angaben handelt es sich daher um Richtwerte.

Vergleich der E-Auto Ladezeiten an den verschiedenen Ladestationen

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesen Angaben nur um Richtwerte handelt, da die genauen Ladezeiten von der individuellen Ausstattung des Fahrzeugs abhängen.

Art der Ladestation Ladezeit Erklärung
Haushaltssteckdose (2,3 kW) 8-14 Stunden Aufladen des Fahrzeugs an der Haushaltssteckdose, jedoch nur als Notlösung vorgesehen
Wallbox (3,6-22 kW) 2-6 Stunden Sicheres und bequemes Aufladen Zuhause, Strompreis entspricht dem eigenen Stromtarif
Öffentliche Ladestation (10-22 kW) 2-4 Stunden Parken & Laden an einer öffentlichen Ladesäule, die Stromkosten und das Bezahlsystem hängen vom Anbieter ab
Öffentliche Schnellladesäule (ca. 50 kW) 30-60 Minuten* Hochleistungsladesäulen verkürzen die Ladezeit des E-Autos deutlich, es muss jedoch über eine entsprechende Ausstattung verfügen
Tesla-Supercharger (ca. 120 kW) 30-40 Minuten* Hochleistungssäule für Tesla-Modelle, Verfügbarkeit von der Region abhängig

*Zur Schonung des Akkus ist eine Schnellladung i.d.R. nur bis 80 Prozent möglich, weshalb sich die Angaben auf einen Akkustand von 80% beziehen

Welche Voraussetzungen müssen für eine Schnellladung erfüllt werden?

Eine Schnellladung ist nur möglich, wenn sowohl das E-Auto als auch die Ladesäule über eine spezielle Ausstattung verfügen. Die Fahrzeugtechnik muss eine Schnellladung unterstützen und dementsprechend einen Schnellladestecker aufweisen. Typische Stecker sind der CCS-Stecker (zur Ergänzung des Typ-2-Steckers), der CHAdeMO-Stecker und das Tesla-Supercharger-System. Weitere Informationen sind in unserem Artikel zu Steckertypen zu finden. Prüfen Sie daher vor dem Kauf, ob das gewünschte Modell über die Schnellladeausstattung verfügt oder eine Nachrüstung möglich ist. Eine Schnellladung ist zudem nur an Schnellladesäulen möglich. Diese zeichnen sich durch eine höhere Leistung aus und können den Strom schneller abgeben. Da nicht alle öffentlichen Ladestationen über jede Ausstattung verfügen, kann in Online-Suchportalen oder Apps nach Schnellladesäulen oder bestimmten Steckertypen gefiltert werden. Bedacht werden sollte jedoch, dass eine Schnellladung den Akku stärker beansprucht und seine Lebenszeit negativ beeinflussen kann. Eine Schnellladung sollte daher eher eine Ausnahme sein.

Sollte der Akku möglichst leer gefahren werden?

Es ist weder ratsam noch sinnvoll, den Akku eines Elektroautos möglichst weit zu entleeren. In Elektroautos kommt in der Regel ein Lithium-Ionen-Akku zum Einsatz. Bei diesen Akkus ist es grundsätzlich besser, Extreme zu vermeiden. Idealerweise sollte sich der Ladestand im Bereich zwischen 30-80 Prozent bewegen, um den Akku zu schonen. Bei günstigen Gelegenheiten ist es daher durchaus sinnvoll, denn Akku zwischendurch teilweise aufzuladen. Besonders praktisch sind hierfür kostenlose Lademöglichkeit (z.B. bei Großhändlern, in Einkaufszentren oder vor Restaurants), an denen das Elektroauto dann für eine begrenzte Zeit ausgeladen wird. Auf eine Schnellladung sollte beim Laden-nach-Gelegenheit möglichst verzichtet werden, um den Akku zu schonen und seine Lebensdauer nicht zu verringern.

Wie kann die Ladezeit eines E-Autos berechnet werden?

Zur Berechnung der Ladezeit eines Elektroautos sind die Angaben zur Batteriekapazität und der Ladeleistung nötig. Das Teilen der Batteriekapazität (Angabe in kWh) durch die Ladeleistung (Angabe in kW) ergibt die ungefähre Ladezeit (z.B. 90/22 = 4 Stunden). Allerdings weicht die tatsächliche Ladezeit noch von dieser Angabe ab, da äußere Faktoren wie die Temperatur und das Ladekabel die Ladezeit ebenfalls beeinflussen. Hinzu kommt, dass die Ladeleistung während des gesamten Vorgangs nicht konstant ist. Viele für eine Schnellladung geeignete E-Autos verfügen zudem über ein Batteriesystem, welches nur eine Ladung bis 80 Prozent erlaubt. Hierdurch wird eine Überspannung vermieden und der Akku geschont. Die Herstellerangaben für eine Schnellladung beziehen sich daher meist auf einen 80-prozentigen Akkustand und nicht auf eine Vollladung.

Fazit: Kürzere Ladezeiten, maßgeblich durch die Ladestation bestimmt

Die Ladezeit eines Elektroautos hängt zum großen Teil von der Art der Ladestation ab. Haushaltssteckdosen sind generell nur als Notlösung vorgesehen. Wallboxen ermöglichen eine schnelle und sichere Aufladung Zuhause. Darüber hinaus können die Fahrzeuge an öffentlichen Ladesäulen oder Schnellladesäulen aufgeladen werden. Eine höhere Ladeleistung verkürzt die Ladedauer, beansprucht den Akku des Fahrzeugs jedoch auch stärker. Wer die Zeit hat, sollte das Elektroauto daher mit einer geringeren Leistung (z.B. an einer Wallbox mit maximal 22 kW) aufladen. Das Zuhause-Laden bietet zudem die Möglichkeit, das E-Auto mit selbsterzeugtem Solarstrom aufzuladen. Hierdurch können Sie Ihre Mobilitätskosten maximal absenken und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ausführliche Informationen hierzu sind im Artikel zur Kombination von Elektroauto und Photovoltaikanlage zu finden.

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