Elektroautos: Sonderrechte mit E-Kennzeichen. Vorteile E-Autos Parkplätze & Regeln

Elektroautos sind mit verschiedenen Vorteilen verbunden und werden daher auch in Deutschland immer beliebter. Für einige Autofahrerinnen und Autofahrer stellt der Anschaffungspreis jedoch noch eine Hürde für den Umstieg dar. Aus diesem Grund gewährt die Bundesregierung Elektroautos Sonderrechte durch ein E-Kennzeichen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Vorteile E-Autos haben und was beim Fahren, Aufladen und an den Parkplätzen für E-Autos zu beachten ist.

Wer ein Elektroauto kauft, kassiert eine Prämie

Die Bundesregierung unterstützt den Umstieg auf ein rein-elektrisches Auto durch eine Kaufprämie in Höhe von 4000 Euro. Wer einen Hybrid kauft, darf sich über 3000 Euro freuen. Zu beachten ist hierbei, dass der Listenpreis für das Basismodell unter 60.000 Euro liegen muss. Die Prämienlaufzeit wurde bis Ende 2020 verlängert, da die zur Verfügung gestellten Fördermittel zum großen Teil noch nicht abgerufen wurden. Sollte der Geldtopf jedoch vor Ende 2020 leer sein, entfällt der Anspruch ersatzlos. Wer über die Anschaffung nachdenkt, sollte daher zeitnah tätig werden, um die Prämie noch zu nutzen.

E-Kennzeichen ermöglicht Elektroautos Sonderrechte

E-Fahrzeuge benötigen entgegen einiger Behauptungen kein neues E-Kennzeichen – rein rechtlich reicht ein herkömmliches Kennzeichen aus. Allerdings genießen die mit einem „E“ im Kennzeichen markierte Fahrzeuge Dank des Elektromobilitätsgesetzes verschiedene Privilegien, weshalb sich die Beantragung lohnt. Für das Sonderkennzeichen qualifiziert sind reine Batterieelektrofahrzeuge, wasserstoffbetriebene Fahrzeuge und Hybride, sofern sie mindestens 40 km reinelektrisch zurücklegen können oder höchstens 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Zu beachten ist, dass Elektroautos auch mit einem E-Kennzeichen eine zusätzliche Umweltplakette benötigen – sonst droht ein Bußgeld.

Kostenlose Parkplätze für E-Autos in einigen Städten

Das im Juni 2015 in Kraft getretene EmoG (Elektromobilitätsgesetz) erlaubt den deutschen Kommunen, die Sonderrechte von E-Autos innerhalb des rechtlichen Rahmens frei zu gestalten. Am häufigsten genießen Elektroautos Sonderrechte beim Parken und bei den Parkgebühren. Kostenlose Parkplätze stehen E-Autos beispielsweise in München, Dortmund, Frankfurt, Leipzig, Stuttgart und Köln zur Verfügung. Hierbei handelt es sich jedoch teilweise um zeitlich begrenzte Parkplätze oder solche an Ladesäulen, die nach dem Ladevorgang wieder zu verlassen sind. Da jede Kommune frei entscheiden kann, welche Vorteile E-Autos in ihrem Verwaltungsbereich genießen, sollten sich die Fahrer und Fahrerinnen vor Fahrtantritt hierüber informieren, um die Privilegien bestmöglich nutzen zu können. Laut des Elektromobilitätsgesetzes können Kommunen Elektroautos auch erlauben, auf Busspuren zu fahren, jedoch wird diese Maßnahme bisher von den meisten Städten abgelehnt.

Parkplätze an einer Ladesäule sind nur für E-Autos

Die Parkplätze an einer Ladesäule sind für Elektroautos reserviert. In den meisten Fällen muss dieser Parkplatz nach dem Ladevorgang wieder verlassen werden. Fahrzeuge ohne ein E-Kennzeichen riskieren beim Parken nicht nur ein Bußgeld, sondern können auch kostenpflichtig abgeschleppt werden. Sollte ein unberechtigtes Fahrzeug auf dem Parkplatz stehen, kann die Polizei verständigt werden. Das Fahrzeug darf aber keinesfalls zugeparkt werden, da dies als versuchte oder vollendete Nötigung eingestuft werden kann. Auch das Parken auf dem Bürgersteig zum Laden des Elektroautos ist nicht erlaubt, denn eine Ordnungswidrigkeit rechtfertigt kein weiteres ordnungswidriges Verhalten.

E-Autos genießen Vorteile bei der Kfz-Steuer

Reine Elektrofahrzeuge und wasserstoffbetriebene Brennstoffzellenfahrzeuge sind für einen Zeitraum von zehn Jahren von der Kfz-Steuer befreit. Danach wird eine reduzierte Steuer fällig. Das Gesetz gilt (bisher) bis zum 31. Dezember 2020, weshalb sich ein Umstieg bis zu diesem Stichtag besonders lohnt. Auch umgerüstete Fahrzeuge profitieren von einem Steuerentfall.

Was gibt es beim Fahren & Aufladen eines E-Autos zu beachten?

Elektroautos genießen Sonderrechte, aber es gibt im Alltag auch verschiedene Punkte zu beachten. Informieren Sie sich vorher über die Sonderrechte von E-Autos in einzelnen Städten, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Neben den unterschiedlichen kommunalen Regelungen sind auch beim Aufladen und bei Geschwindigkeitsbegrenzungen zum Lärmschutz bestimmte Dinge zu beachten.

Lärmschutz-Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten auch für E-Autos

Die Vorschriften auf Lärmschutz-Schildern zur Geschwindigkeitsbegrenzung gelten auch für Elektroautos. Zwar verursachen E-Autos beim Fahren deutlich weniger Lärm als Benziner oder Dieselfahrzeuge. Aber das Lärmschutz-Schild gibt als Zusatzzeichen mit erläuternden Hinweisen nur den Grund für ein Tempolimit an – und schränkt dieses nicht ein. Nur wenn es ein Zusatzschild für Elektroautos gibt, durch welches das Tempolimit aufgehoben wird, darf schneller gefahren werden.

Das Laden an halböffentlichen Ladesäulen ist nicht grundsätzlich erlaubt

Halböffentliche Ladesäulen stehen zwar auf privatem Boden, sind aber für einen Großteil der Zeit öffentlich zugänglich. Meist sind diese Ladesäulen jedoch nur für einen ausgewählten Nutzerkreis (z.B. Kunden des Geschäfts oder Restaurants) vorgesehen, weshalb nicht an jeder halböffentlichen Ladesäule einfach getankt werden darf. Erkundigen Sie sich vorher, ob das Tanken erlaubt ist, um Ärger zu vermeiden oder weichen Sie auf eine öffentliche Ladesäule aus.

Was ist beim Aufladen an öffentlichen Ladestationen zu beachten?

Grundsätzlich stehen zum Aufladen eines E-Autos zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Die erste Option ist das Laden an einer öffentlichen Ladestation, die zweite das Aufladen an einer Wallbox Zuhause. Die zweite Option ist dabei bequemer und das Fahrzeug steht auf privatem Grund. Wer lange unterwegs ist, muss wahrscheinlich trotzdem irgendwann auf die öffentliche Ladeinfrastruktur zurückgreifen. Glücklicherweise hat sich die Verfügbarkeit von öffentlichen Ladesäulen in den letzten Jahren deutlich verbessert. So gab es im August 2019 bundesweit über 20.650 Ladepunkte. Mithilfe von Apps oder Online-Portalen (z.B. Ladesäulenregister) ist die nächste Ladestation daher schnell gefunden.

Besonders zügig geht das Tanken an Schnellladestationen. Da hierfür eine spezielle Ausstattung an der Ladesäule und dem Fahrzeug nötig ist, sollten Interessierte vor der Anschaffung prüfen, ob das Modell für eine Schnellladung geeignet ist. Da die Tankstromkosten und die Bezahlmöglichkeiten je nach Anbieter der Ladesäule variieren, lohnt sich die Nutzung von Vergleichsportalen. Zudem bieten einige Händler, Restaurants und Shoppingcenter die Möglichkeit an, das E-Auto kostenlos zu tanken. Informieren Sie sich hierüber am besten vor Fahrtbeginn.

Fazit: Die Vorteile von E-Autos machen den Kauf attraktiver

Elektroautos sind zurzeit meist noch teurer in der Anschaffung als vergleichbare Benziner- oder Dieselmodelle. Der Umstieg wird jedoch mit einer Kaufprämie und Kfz-Steuerentlastungen belohnt. Die Kommunen in Deutschland können E-Autos zudem verschiedene Sonderrechte gewähren, beispielsweise kostenlose Parkplätze in Innenstädten und an Ladesäulen. Um die Vorteile von E-Autos nutzen zu dürfen, ist die Beantragung eines E-Kennzeichen erforderlich. Beim Laden an öffentlichen Ladesäulen sind verschiedene Punkte zu beachten, am einfachsten ist das Aufladen Zuhause an einer Wallbox. Die Mobilitätskosten, die bei E-Autos ohnehin schon geringer ausfallen als bei Benzinern oder Dieseln, können zudem durch das Tanken von Solarstrom weiter gesenkt werden. Hierzu ist eine Photovoltaikanlage nötig. In unserem Artikel zur Kombination von E-Auto und PV-Anlage finden Sie hierzu ausführliche Informationen. Gerne stehen wir Ihnen auch bei der Anschaffung einer Wallbox zur Seite. Kontaktieren Sie hierfür einfach unseren Experten.

 

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