Photovoltaik und E-Auto

E-Mobilität gewinnt auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Die Vorurteile gegenüber Elektroautos werden durch neue Entwicklungen abgebaut, das Angebot an Modellen wächst und die Technik wird für eine breitere Bevölkerungsschicht erschwinglich. Die steigende Zustimmung zeigt sich sowohl bei den Kfz-Zulassungen – 2018 lag die Zuwachsrate bei 43,9 Prozent – als auch bei Umfragen. So äußerten bei einer repräsentativen Umfrage von Viessmann im Mai 2019 rund 27 Prozent der Befragten die Absicht, innerhalb der nächsten sechs Monate ein Elektroauto erwerben zu wollen. Neben geringeren Tankkosten gibt es einen weiteren Anreiz für den Umstieg auf E-Mobilität: Photovoltaik. Erfahren Sie hier, warum die Kombination von Photovoltaik und E-Auto sowohl aus ökonomischer als auch aus ökologischer Sicht sinnvoll ist.

Photovoltaikanlagen erzeugen günstigen Strom

Der Kauf eines E-Autos stellt ebenso wie die Installation einer PV-Anlage eine Investition dar, die sich nach einem gewissen Zeitraum refinanziert hat. Die sogenannte Amortisationszeit beider Anschaffungen wird durch ihre Kombination laut einer Analyse des IEEFAs verringert. Der Eigenverbrauch der PV-Anlage steigt und das Auto kann kostengünstig getankt werden. Während der Durchschnittspreis für Haushaltsstrom in Deutschland mittlerweile bei rund 30 Cent pro Kilowattstunde liegt, lässt sich mit einer Photovoltaikanlage Strom für 10-12 Cent pro kWh erzeugen. Die Mobilitätskosten, die bei Elektroautos ohnehin schon geringer ausfallen, sinken durch das Tanken von PV-Strom noch weiter. Je nach Größe verbrauchen E-Autos auf 100 km durchschnittlich 20 Kilowattstunden. Ein Renault Zoe verbraucht beispielsweise 16 kW und ein Tesla S 70 etwa 21 kW. Das Fahren mit Solarstrom kostet damit beim Zoe nur 1,90 Euro und beim Tesla 2,5 Euro auf 100 Kilometern (12 Cent pro kWh).

Kombination von Photovoltaik und E-Auto ermöglicht nachhaltiges Tanken

Das Tanken von Solarstrom ist nicht nur aus ökonomischer Sicht von Vorteil, sondern verbessert auch die Klimabilanz des Fahrzeugs. Laut einer Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft hat sich ein mit dem deutschen Strommix geladenes Elektroauto bei einer jährlichen Fahrleistung von 14.000 Kilometern nach ca. 3,6 Jahren amortisiert, während die Amortisationszeit beim Tanken von Photovoltaikstrom bei nur 1,6 Jahren liegt. Die Emissionen, die bei der Produktion des Fahrzeugbatterie entstanden sind, wurden von den Forschern einberechnet. Gerade für Pendler lohnt sich der Umstieg auf ein Elektroauto, denn sie können die Tankkosten reduzieren und ihren ökologischen Fußabdruck deutlich verkleinern. Zudem ist das Tanken von 100 Prozent nachhaltig erzeugtem Strom nur mit einer eigenen PV-Anlage möglich. Auch der Bezug von Ökostrom kann nicht verhindern, dass der öffentliche Strom zu etwa einem Drittel aus Kohlestrom besteht. Natürlich unterstützen Ökostrom-Bezieher trotzdem den Ausbau erneuerbarer Energien, aber ein Bezug von reinem Ökostrom ist aus physikalischen Gründen unmöglich.

Elektroautos als mobiler Stromspeicher für PV-Anlagen

Elektroautos verfügen in der Regel über einen leistungsstarken Lithium-Ionen-Akku. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er keinen Memory-Effekt hat. Die Akku-Kapazität wird daher durch eine unvollständige Auf- oder Entladung nicht zusätzlich beeinträchtigt. Das ist zum einen praktisch, weil das E-Auto bei jeder kostengünstigen Gelegenheit aufgeladen werden kann, auch wenn der Akku noch nicht leer ist. Zum anderen kann der Akku auch zur Stromentnahme dienen, sofern das Auto und die Wallbox über eine spezielle Ausstattung verfügen. Die dahinterstehende Technik wird als bidirektionales Laden bezeichnet und kann das E-Auto damit zum mobilen Stromspeicher machen. Da die Akkus in Elektroautos über eine hohe Kapazität verfügen, können sie den Haushalt nachts mit Strom versorgen und morgens trotzdem noch die Strecke zum Arbeitsplatz bewältigen. Intelligente Systeme ermöglichen, vorher festzulegen, wie viel Strom dem Auto entnommen werden darf. So besteht nicht das Risiko, dass zu wenig Strom im Akku verbleibt.

Nicht alle E-Autos sind als Stromspeicher geeignet

Zurzeit eignen sich jedoch nur wenige Modelle (z.B. von Mitsubishi oder Nissan) für das bidirektionale Laden. Erkundigen Sie sich daher vorher, ob das gewünschte E-Fahrzeug geeignet ist. Zudem muss auch die Wallbox über eine entsprechende Technik verfügen, weshalb eine Kaufberatung sinnvoll ist – unser Experte steht Ihnen hierbei gerne zur Seite.

Was sollte man vor der Installation der PV-Anlage beachten?

Wenn die Installation der Photovoltaikanlage noch aussteht, sollte man das Elektroauto bei der Planung berücksichtigen und die Anlage entsprechend vergrößern. Zudem wird für das Tanken Zuhause eine Wallbox benötigt. Ein intelligentes Energiemanagementsystem hilft dabei, den Stromverbrauch an die Produktionszeiten anzupassen und beispielsweise besonders dann das Fahrzeug aufzuladen, wenn die Sonne scheint. Nach Sonnenuntergang kann man das Laden so auch pausieren, um Stromkosten zu sparen. Zudem gibt es verschiedene Förderprogramme für Elektroautos, Photovoltaikanlagen und Solarstromspeicher, welche je nach Kommune und Bundesland unterschiedlich ausfallen können. Hier finden Sie einen ausführlicheren Artikel zur PV-Anlagen Finanzierung sowie Tipps zur optimalen Nutzung einer PV-Anlage.

Fazit: Photovoltaik und E-Auto am besten kombinieren

Photovoltaik hat sich als Möglichkeit zur nachhaltigen Stromerzeugung weltweit etabliert. Private Photovoltaikanlagen erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit, gerade in Zeiten steigender Stromkosten und zunehmender Klimaveränderungen. E-Mobilität kann den Ausbau von PV zusätzlich fördern, da die Kombination beider Techniken ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist. Wer günstig und nachhaltig eigenen Solarstrom erzeugt, kann diesen auch als Tankmöglichkeit fürs E-Auto nutzen. Dies verkürzt auch die Amortisationszeit der PV-Anlage und verbessert die Ökobilanz des Elektroautos. Finanzielle Förderung gibt es in Form einer E-Auto-Prämie und verschiedener Finanzierungsprogramme speziell für Photovoltaikanlagen und Stromspeicher. Zudem unterstützen einzelne Kommunen oder Bundesländern die Installation von PV und Stromspeichern.

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