Ökobilanz von E-Mobilität: Sind Elektroautos umweltfreundlich?

Elektroautos werden auch in Deutschland immer beliebter. Sie stoßen kein schädliches Kohlendioxid (CO2) aus, weshalb sie als ein Hoffnungsträger zur Verringerung der klimaschädlichen Treibhausgase gelten. Trotzdem ist das grüne Image von E-Autos aus verschiedenen Gründen umstritten. Wie sieht die Ökobilanz der E-Mobilität tatsächlich aus – sind Elektroautos umweltfreundlich?

Ausbau der E-Mobilität für die deutschen Klimaziele

Deutschland hat sich bis 2020 das Ziel gesetzt, die Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Doch laut des Klimaschutzberichts 2018 werden wohl nur 32 Prozent erreicht. Besonders beim Verkehr sieht es düster aus, denn statt weniger fällt da sogar mehr CO2 an. Insgesamt stammen 18 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr, den Großteil verursacht hierbei der Straßenverkehr. Um den CO2-Ausstoß zu verringern, setzt die Bundesregierung daher auf Elektromobilität.- Mit guten Aussichten für alle Interessenten: Mit bis zu 9000 Euro Zuschuss wird der Kauf von Elektrofahrzeugen staatlich gefördert.

Auf die Stromerzeugung kommt es an

Elektroautos stoßen während der Fahrt kein CO2 aus. sie sind lokal emissionsfrei. Bei der Erzeugung ihres Tank-Stroms kommt es jedoch oft zum Schadstoffausstoß. Die Ökobilanz von Elektroautos hängt daher stark von der Art der Stromerzeugung ab.  So sind Elektroautos in Norwegen beispielsweise sehr umweltfreundlich, da der Strom fast vollständig aus erneuerbaren Energien (v.a. Wasserkraft) stammt. In Deutschland sieht die Situation derzeit noch anders aus. Der deutsche Strommix besteht zu einem guten Drittel aus Braun- und Steinkohlekraftwerksstrom, die große Mengen an CO2 ausstoßen. Selbst der Bezug von Ökostrom ändert daran nichts, da ein Bezug von rein nachhaltigem Strom aus dem Stromnetz physikalisch unmöglich ist. Das Tanken von 100 Prozent nachhaltigem Strom ist daher nur mit einer eigenen Photovoltaikanlage möglich.

Die E-Auto-Herstellung: Eine dreckige Angelegenheit?

Bei der Herstellung eines Fahrzeugs werden viele Emissionen ausgestoßen – unabhängig davon, ob es sich um einen Benziner, Diesel oder ein Elektroauto handelt. Trotzdem ist diese Tatsache in der öffentlichen Wahrnehmung oft nicht so bekannt und nur die Herstellung von Elektrofahrzeugen scheint umweltunfreundlich.

Der Vergleich von Elektroautos und Verbrennern gestaltet sich in der Praxis schwierig. Es gibt mittlerweile einige Studien zum Vergleich der anfallenden Emissionen. Die Ergebnisse sind teilweise sehr unterschiedlich. Dies liegt auch an der Auswahl unterschiedlicher Modelle für den Vergleich. Bei Elektroautos fällt insbesondere die Herstellung der Batterie negativ auf. Je größer das E-Auto und seine Batterie sind, desto schlechter fällt die Ökobilanz aus. Die Höhe der Emissionen hängt jedoch stark vom Herstellungsland und seinem Strommix ab. Wenn der Strom für die Herstellung aus erneuerbaren Energien stammt, verbessert sich die Ökobilanz eines Fahrzeugs erheblich. Ein gutes Beispiel ist die Tesla Gigafactory, die ab Ende 2019 ausschließlich mit nachhaltigem Strom laufen wird. Auch einige andere Autobauer stellen zunehmend auf den Einsatz erneuerbarer Energien um, um die Elektroautos umweltfreundlicher zu machen.

Fortwährende Weiterentwicklung bei der Akku-Herstellung

Eine weitere Herausforderung hinsichtlich der Herstellung von Elektroautos ist der steigende Rohstoffbedarf für die Produktion leistungsfähiger Batterien. Zurzeit schlagen Experten jedoch noch keinen Alarm, da immer wieder neue Vorkommen entdeckt und die Techniken zum Abbau verbessert werden. Außerdem arbeiten Forscher weltweit daran, die knappen Materialien durch andere wie Magnesium, Natrium oder Aluminium zu ersetzen. Die Batterien werden insgesamt immer kleiner und leistungsfähiger, was Ressourcen einspart. Auch eine Weiterverwendung der Batterien oder ein Recycling ist möglich. Zudem arbeiten die Automobilhersteller daran, ihre Zulieferer von Kobalt besser zu überprüfen, um Kinderarbeit beim Abbau im Kongo auszuschließen.

Klimavorteil steigt mit der Fahrleistung

Obwohl bei der Herstellung Emissionen anfallen, gewinnt das Elektroauto laut einer ADAC-Studie in der Ökobilanz – wenn es viel genutzt wird. Der „Geburtsnachteil“ von E-Autos wird also während der Nutzungsphase ausgeglichen. So kam der ADAC zu dem Ergebnis, dass ein E-Auto bei einer Lebensfahrleistung von 150.000 Kilometern eine positive Klimabilanz gegenüber Verbrennern erreicht, im städtischen Einsatz sogar früher. Und auch die Studie der Forschungsstelle für Energiewirtschaft kam zu dem Ergebnis, dass sich ein mit dem deutschen Strommix geladenes Elektroauto bei einer jährlichen Fahrleistung von 14.000 Kilometern nach ca. 3,6 Jahren klimatechnisch amortisiert hat. Beim Tanken von Solarstrom liegt die Amortisationszeit sogar bei nur 1,6 Jahren.

Den größten Umweltnutzen erzielt ein kleines und häufig genutztes Elektroauto. Anfang diesen Jahres veröffentlichte zudem das Bundesumweltministerium eine Studie. Demnach liegen die CO2-Emissionen eines Elektroautos bereits im Jahr 2017 weit unter denen eines gleichwertigen Benzin- oder Dieselfahrzeugs.

Photovoltaik & Elektroautos: Umweltfreundlich fahren und dabei sparen

Durch die Kombination von E-Mobilität und Photovoltaikanlage können Sie Elektroautos umweltfreundlich aufladen und zugleich Tankkosten sparen. Photovoltaikanlagen erzeugen Strom, dessen Preis pro Kilowattstunde nur etwa ein Drittel des öffentlichen Strompreises beträgt. Dabei verringert sich die Amortisationszeit einer privaten Photovoltaikanlage durch das Tanken eines E-Autos mit Solarstrom. Zudem stellt das Tanken von Solarstrom einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar. In unserem Artikel finden Sie ausführliche Informationen zur Kombination von Elektroauto und Photovoltaikanlage.

Fazit: E-Mobilität verbessert die Ökobilanz im Straßenverkehr

Elektroautos sind lokal emissionsfrei und verbessern dadurch die Luftqualität (besonders in Großstädten). Dabei sollte der Tank-Strom zumindest in Teilen aus erneuerbaren Energien stammen. Dann sind E-Autos sind bereits jetzt eine gute Option, um erneuerbare Energien im Verkehr zu integrieren und ihren Ausbau voranzutreiben. Der höhere Energieverbrauch bei der Herstellung von E-Autos und ihren Akkus wird während der Nutzungsphase ausgeglichen. Je häufiger Sie ein E-Auto nutzen, desto besser fällt seine Ökobilanz aus. Besonders gut ist die Ökobilanz von Elektroautos in Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage.

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