Energiemanagement steht voll im Trend. Steigende Strompreise und sinkende Einspeisevergütungen beflügeln den Eigenverbrauch der selbst erzeugten Solarenergie immer weiter. Wer sich nun über Möglichkeiten zur Eigenverbrauchsoptimierung und Autarkiesteigerung informiert, der stolpert immer öfter auch über sogenannte Energiemanager. Wir klären, was es mit diesen Geräten auf sich hat.

Was ist ein Energiemanager überhaupt?

Ein Energiemanager ist – kurz gesagt – ein Gerät zur Verbrauchsoptimierung, welches PV-Betreibern dabei hilft, die Energieeffizienz ihrer Anlage zu steigern und Stromkosten zu senken.

Dazu werden unterschiedliche Verbraucher im Haushalt über ein zentrales Gerät mit der heimischen PV-Anlage und einem ggf. vorhandenen Heimspeicher vernetzt und unter Berücksichtigung von Verbrauchsprofilen und Erzeugungsprognosen intelligent gesteuert. Ziel ist es, den erzeugten Solarstrom so zu verteilen, dass der Anteil der selbst erzeugten Energie am gesamten Stromverbrauch möglichst hoch ist.

Wieso die Eigenverbrauchsoptimierung für Photovoltaikbetreiber sinnvoll ist

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom, welcher entweder innerhalb des Haushaltes genutzt werden kann (Eigenverbrauch) oder als Überschuss in das Stromnetz eingespeist wird. Reicht der eigene Solarstrom zur Deckung des Verbrauchs nicht aus, wird zusätzlich Strom aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen.

Dafür berechnet der Energieversorger aktuell rund 30 Cent für jede verbrauchte Kilowattstunde. Für die Einspeisung von Solarstrom bekommen Anlagenbetreiber nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aber nur knapp 9,5 Cent (Stand: März 2020).

Wer seine Solarüberschüsse verkauft, um diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückzukaufen, der verliert knapp 20,5 Cent pro Kilowattstunde. Ziel muss es also sein, den Netzbezug so gering wie möglich zu halten. Mehr dazu unter: Lohnt sich die Photovoltaik Einspeisevergütung 2020 noch?

Was sind typische Einsatzmöglichkeiten eines Energiemanagers?

Ist ein Energiemanager installiert, leitet er die überschüssige Solarenergie automatisch an Verbraucher innerhalb Ihres Haushaltes weiter und verbessert somit Ihre Eigenverbrauchsquote und Autarkie. Die Einsatzmöglichkeiten eines Energiemanagers sind dabei ebenso vielfältig wie die Stromverbraucher im Haushalt.

Typische Anwendungsfälle sind z. B.:

  • die Nutzung von Stromüberschüssen zur Warmwasserbereitung und Heizung oder dem Betrieb von Klimaanlagen
  • der gezielte Betrieb von Haushaltsgeräten (Waschmaschine, Spülmaschine, Trockner,..)
  • die Steuerung von Poolfiltern und Pumpen je nach Erzeugungsleistung
  • das Überschussladen von Elektrofahrzeugen
  • die Optimierung von Heimspeichersystemen

Verbrauchsoptimierung via Energiemanager – ein Praxisbeispiel

Am besten nachvollziehen lässt sich die Funktionsweise eines Energiemanagers an einem Praxisbeispiel. Abbildung 1 zeigt die Verbrauchskurve einer Kundenanlage mit integriertem Energiemanager (Solar-Log Base) und Wallbox (Keba). Zu sehen ist die typische Erzeugungskurve mit konstantem Basisverbrauch. Kurz nach 07.00 Uhr beginnt die Sonne aufzugehen und bereits wenige Minuten danach erzeugt die Photovoltaikanlage genügend Strom, um den gesamten Grundbedarf (ca. 1,5 kW) zu decken. Kurz vor 12.00 Uhr wird ein E-Auto an die Ladestation angeschlossen und der Stromverbrauch steigt sprunghaft auf ca. 12,5 kW an. Da zu diesem Zeitpunkt noch ausreichend Kapazität zur Verfügung steht, kann der Verbrauch vollständig von der PV-Anlage gedeckt werden.

 

Verbrauchskurve mit Energiemanager

Abbildung 1: Verbrauchskurve mit Energiemanager

 

Verbrauchskurve ohne Energiemanager

Abbildung 2: Verbrauchskurve ohne Energiemanager

 

Ab 15.00 Uhr nimmt jedoch mit der Sonne auch Erzeugungsleistung ab. Ohne Energiemanager (siehe Abbildung 2) müsste der Fehlbetrag nun aus dem Stromnetz bezogen werden. In unserem Beispiel aber regelt der Energiemanager die Ladeleistung der Wallbox herunter und passt diese schrittweise der Erzeugungsleistung an. Somit werden die Stromkosten auf ein Minimum reduziert sowie Autarkie und Eigenverbrauch maximiert.

Fazit: Energiemanager lohnen sich!

Insbesondere für Neuanlagen wird der Eigenverbrauch trotz Ausnahme von der Vergütungsregelung heute und in Zukunft immer attraktiver. Denn das Geld für den eingespeisten Solarstrom ist mittlerweile so gering, dass es sich eher lohnt, den Strom selbst zu verbrauchen und sich den Strombezug aus dem Netz in großen Teilen zu sparen. Um die Effizienz der Anlage zu steigern, kann der Einsatz eines Energiemanagers zur Steuerung von Großverbrauchern ratsam sein.

 

Mehr zu den Themen E-Auto und Photovoltaik: Wissensdatenbank
Unsere Dienstleistungen in diesen Bereichen: Photovoltaik & Solar & Energiemanagement

 

Weitere Informationen zu den Themen E-Mobilität und Photovoltaik

Interessieren Sie sich für ein Elektroauto und möchten sich über die Möglichkeiten der Installation einer Wallbox informieren? Oder denken Sie über die Anschaffung einer Photovoltaikanlage nach und benötigen Unterstützung bei der Planung, Installation und Inbetriebnahme?

Unser Experte berät Sie unverbindlich – Ihren Wünschen und Bedürfnissen entsprechend – zu den Themen Photovoltaik, E-Ladetechnik, Stromspeicher, Power-to-Heat und Energiemanagement.