Löscht die Feuerwehr eine Photovoltaikanlage? Brandschutzmaßnahmen und Brandschutz bei PV

Auch wenn die gesellschaftliche Zustimmung für den Ausbau von Photovoltaik in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, gibt es in einzelnen Bereichen noch gewisse Vorbehalte. Obwohl Photovoltaikanlagen seit knapp 20 Jahren fast überall zum Stadtbild gehören, ranken sich um das Thema Brandschutz bei PV immer noch Mythen. Insbesondere das Gerücht, die Feuerwehr würde Häuser mit Photovoltaikanlagen einfach abbrennen lassen, sorgt bei angehenden Betreibern für Unsicherheit. Doch wie viel Wahrheit steckt in der Behauptung? Löscht die Feuerwehr Häuser mit Photovoltaikanlage wirklich nicht? Und was können (angehende) Anlagenbetreiber für Brandschutzmaßnahmen ergreifen? Im diesem Artikel klären wir auf, inwiefern Photovoltaikanlagen das Brandrisiko erhöhen, was im Brandfall passiert und welche Maßnahmen Betreiber für den Brandschutz bei PV ergreifen sollten.

Erhöhen Photovoltaikanlagen das Brandrisiko?

Photovoltaikanlagen stellen verglichen mit anderen technischen Anlagen kein besonders erhöhtes Brandrisiko dar. Auch für die elektrische Sicherheit gibt es ausreichend vorhandene Regeln. Hierbei ist jedoch wichtig, dass diese auch eingehalten werden. Im Falle von Bränden an PV-Anlagen wurden diese meist von unerfahrenen Installationstrupps und in Akkordzeit installiert. Wenn die Solarstecker beispielsweise mit einer Kombizange statt mit Spezialwerkzeug angebracht werden, ist eine Schwachstelle vorprogrammiert. Auch die Verwendung nicht kompatibler Stecker führt zu einem höheren Risiko. Aufgrund dieser vermeidbaren Risiken sollten angehende Anlagenbetreiber nicht an der falschen Stelle sparen und auf ein geschultes sowie erfahrenes Installationsteam zurückgreifen.

Gefährden Photovoltaikanlagen die Feuerwehrleute?

Zwar erhöhen Photovoltaikanlagen nicht die Brandgefahr in einem Gebäude, aber im Brandfall sind die Feuerwehrleute beim Löschen größeren Gefahren ausgesetzt. Diese Gefahren ergeben sich durch die stromdurchflossenen Teile der Anlage. Bei der äußeren Brandbekämpfung schützt ein Mindestabstand von wenigen Metern vor Stromschlägen. Aus diesem Grund sollten Betreiber die Feuerwehr bei der Brandmeldung darauf hinweisen, dass sich eine PV-Anlage auf dem Dach befindet.

Auch das Löschwasser, das sich im Haus ansammelt oder außen am Haus entlangläuft, kann unter Strom stehen. Das größte Risiko entsteht für Feuerwehrleute bei der Brandbekämpfung von innen, weshalb die Installation eines Feuerwehrschalters (siehe unten) empfehlenswert ist.

Löscht die Feuerwehr Häuser mit Photovoltaikanlagen dann überhaupt?

Das Gerücht, dass die Feuerwehr ein Gebäude mit Photovoltaikanlage einfach abbrennen lässt, hält sich bis heute hartnäckig – ist aber falsch. Lassen Sie sich durch solche Behauptungen nicht verunsichern. Wenngleich beim Löschen eines Gebäudes mit Photovoltaikanlage besondere Vorsicht geboten ist, löscht die Feuerwehr natürlich auch Gebäude mit solchen Anlagen. Bereits 2010 bestätigte der Verband der Deutschen Feuerwehr, dass Gebäude mit PV-Anlagen genauso wie andere Gebäude im Brandfall gelöscht werden, was Sie auch in der Broschüre zum Einsatz an Photovoltaikanlagen nachlesen können. Alle Behauptungen, die Feuerwehr habe ein brennendes Wohnhaus wegen der Photovoltaik nicht gelöscht, stellten sich bei bisherigen Recherchen als falsch heraus.

Beste Brandschutzmaßnahme an Photovoltaikanlagen: Feuerwehrschalter

Die beste Brandschutzmaßnahme an Photovoltaikanlagen ist die Anschaffung eines Feuerwehrschalters. Ein solcher Schalter erlaubt, die Anlage im Brandfall stromlos zu schalten. Hierdurch können die Risiken für Feuerwehrleute minimiert werden. Auch wenn ein solcher Schalter nicht vorgeschrieben ist, sollte jeder PV-Besitzer auch im eigenen Interesse einen solchen Schalter anschaffen, damit die Feuerwehr im Fall des Falles das Gebäude bestmöglich löschen kann.

Weitere Maßnahmen für den Brandschutz bei PV

Im Falle eines Brandes muss die Feuerwehr schon bei der Brandmeldung darauf hingewiesen werden, dass sich eine PV-Anlage auf dem Dach befindet. Neben der Installation eines Feuerwehrschalters sind auch das Anbringen von Hinweisschildern und Übersichtspläne mit Informationen zur Anlage hilfreich. Damit die Pläne der Feuerwehr auch wirklich übergeben werden können, sollten sie an einem Ort aufbewahrt werden, der von außen gut zugänglich ist. Anders ausgedrückt: Legen Sie die Pläne bitte nicht in Ihre Schreibtischschublade.

Und was ist, wenn die Photovoltaikanlage auch einen Stromspeicher hat?

Da neue Photovoltaikanlagen immer öfter mit einem Stromspeicher kombiniert werden, hat die Feuerwehr auch hierauf entsprechend reagiert. Seit 2014 gibt es ein weiteres Merkblatt, welches den Umgang mit Lithium-Ionen-Speichern regelt. Im Falle eines Brandes ist es wichtig, die Batterie des Speichers sofort zu kühlen. Durch die Kühlung mit Wasser kann die Zersetzung von Zellen verhindert werden.

Fazit: Die Feuerwehr lässt niemanden allein – aber Brandschutzmaßnahmen sind sinnvoll

Entgegen einiger Behauptungen lässt die Feuerwehr Häuser mit Photovoltaikanlage natürlich nicht einfach abbrennen. Unabhängig von der Existenz einer Anlage ist die Feuerwehr dazu angehalten, alle Brände zu löschen. Zwar erhöhen PV-Anlagen nicht das Brandrisiko, aber sie können Feuerwehrleute beim Löschen größeren Gefahren aussetzen.  Anlagenbetreiber sollten daher Brandschutzmaßnahmen ergreifen. Neben Hinweisschildern und Plänen zur Anlagentechnik ist vor allem die Installation eines Feuerwehrschalters zu empfehlen. Zudem ist die Feuerwehr bei der Brandmeldung zwingend auf die PV-Anlage hinzuweisen. Da die häufigsten Brandursachen Installationsfehler sowie Produkt- und Produktionsmängel sind, sollten angehende Betreiber bei der Planung und Installation auf hohe Qualität und qualifizierte Installationstrupps setzen.

 

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