Wartungsbedarf und Wartung von PV-Anlagen - gibt es eine gesetzliche Pflicht zur Wartung einer Photovoltaikanlage

Photovoltaikanlagen zeichnen sich durch eine hohe Lebensdauer von durchschnittlich 25-30 Jahren aus. Damit die Anlage über den gesamten Zeitraum hinweg ordnungsgemäß arbeitet, empfehlen viele Installateure eine regelmäßige Wartung. Diese Empfehlung wirft für viele Betreiber Fragen auf, denn die Angabe „regelmäßig“ ist weit auslegbar. Wie oft muss die Wartung von PV-Anlagen in der Praxis tatsächlich erfolgen? Können Anlagenbetreiber den Wartungsbedarf selbst ermitteln? Und gibt es eine gesetzliche Pflicht zur Wartung einer Photovoltaikanlage?

Wie oft sollte die Wartung einer Photovoltaikanlage erfolgen?

Photovoltaikanlagen sind im Allgemeinen wartungsarm. Auch wenn verschiedene Quellen empfehlen, die Wartung alle ein bis drei Jahre durchführen zu lassen, ist dies in der Praxis nicht bei jeder Anlage unbedingt nötig. Wie oft die Wartung einer Photovoltaikanlage tatsächlich erfolgen sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenden Sie sich für eine professionelle Einschätzung Ihres Falls am besten an einen Fachmann. Unser Experte kann Sie hierzu auch schon bei der Planung der Anlage beraten.

Umwelteinflüsse & Standortbedingungen

Eine wichtige Rolle spielt der Standort der Anlage. Wenn die Module höheren Umwelteinflüssen (z.B. Verschmutzung) ausgesetzt sind, ist eine Wartung (oder zumindest Reinigung) potenziell häufiger nötig, als wenn dies nicht der Fall ist. Beispiele für solche Umwelteinflüsse sind ein nahegelegener Wald, Industrieanlagen, stark befahrene Straßen, Baustellen, Sägewerke oder Bauernhöfe mit Vieh. Auch auf welcher Art von Gebäude die Anlage montiert ist, beeinflusst den Wartungsbedarf. Grund hierfür ist die unterschiedliche potenzielle Gefährdung, die von der Anlage bei einem Defekt ausgehen kann. Befindet sich die Anlage beispielsweise auf einem Holzhaus, ist die Gefährdung höher, als wenn die Anlage auf einem Steinhaus oder einer Garage montiert wurde.

Vorgaben der Versicherung zur Wartung von PV-Anlagen

Ein weiterer wichtiger Faktor zur Bestimmung des Wartungsbedarfs sind Vorgaben der eigenen Versicherung. Viele Versicherungsgesellschaften verlangen den regelmäßigen Nachweis einer Wartung, um die Versicherung überhaupt nutzen zu können. Und auch wenn dies nicht der Fall ist, kann es im Schadensfall wichtig sein, eine regelmäßige Wartung beweisen zu können. Andernfalls kann es passieren, dass die Versicherungsgesellschaft Fahrlässigkeit unterstellt und die Zahlung verweigert. Informieren Sie sich daher unbedingt bei Ihrer Versicherungsgesellschaft über mögliche Vorgaben zur Wartung der PV-Anlage. Wenn es keine Richtlinien hierzu gibt, sind Sie mit einer alle vier Jahre durchgeführten Wartung auf der sicheren Seite. Diese Empfehlung entspricht der Richtlinie zum E-Check für die Prüfung elektrischer Anlagen.

Neigungswinkel beeinflusst Reinigungsbedarf

Auch ein geringer Neigungswinkel kann den Wartungsbedarf erhöhen, zumindest bezogen auf die Reinigung der Module. Bei einem Neigungswinkel von 30 Grad oder mehr funktioniert die Selbstreinigung der Module gut, da regelmäßiger Regen den Schmutz abspülen kann. Verringert sich der Neigungswinkel, funktioniert die Selbstreinigung weniger gut. Bei flachen Modulen ist daher häufiger eine Reinigung nötig, als bei Modulen mit Neigungswinkeln von über 20 Grad.

Wie können Anlagenbetreiber den Wartungsbedarf selbst ermitteln?

Um den Wartungsbedarf der eigenen PV-Anlage zu bestimmen, können Anlagenbetreiber auf verschiedene Methoden zurückgreifen. Zunächst sollten die oben aufgeführten Faktoren individuell durchgegangen werden. Ist die Anlage besonderen Umwelteinflüssen ausgesetzt und auf welcher Art von Gebäude befindet sie sich? Welchen Neigungswinkel haben die Module und gibt es Vorgaben vonseiten der eigenen Versicherung? Neben der Beantwortung dieser Fragen ist die selbstdurchgeführte Sichtkontrolle der Anlage eine weitere wichtige Maßnahme. Schauen Sie sich die Module immer mal wieder genauer an – Schmutz, Moos oder eine Verschattung kann man meist auch selbst erkennen. Sollte Ihnen bei der Sichtkontrolle etwas auffallen, sollte eine Wartung und/oder Reinigung von Fachkräften durchgeführt werden. Einen Richtwert für das Wartungsintervall stellt die Richtlinie zum E-CHECK für die Prüfung von elektrischen Anlagen (VDE 0105 Teil 100) dar. Nach dieser Richtlinie ist die Wartung einer Photovoltaikanlage (mindestens) alle vier Jahre durchzuführen.

Unser Monitoring-Service für Sie: Fernüberwachung der Anlagenleistung

Für die Wartung einer Photovoltaikanlage ist die Kontrolle vor Ort nötig. Das bedeutet, dass ein Installateur die Funktionalität der Anlagenkomponenten beim Betreiber Zuhause überprüft, was einen gewissen Aufwand und damit Kosten verursacht. Zudem kann die Funktionalität der Anlage so nur maximal ein- bis zweimal pro Jahr kontrolliert werden, wodurch ein Problem am Anfang des Intervalls zu größeren Einbußen führen kann. Aus diesem Grund bieten wir einen Monitoring-Service an, durch welchen die Anlagenleistung per Fernüberwachung ständig kontrolliert wird. Im Falle einer Auffälligkeit kontaktieren wir Sie dann sofort, wodurch Leistungseinbußen verhindert werden.

Gibt es eine gesetzliche Pflicht zur Wartung einer Photovoltaikanlage?

Bei Photovoltaikanlagen gibt es – im Gegensatz zu beispielsweise Wind- oder Biomasseanlagen – keine drehenden Generatorteile oder die Notwendigkeit einer Prozessüberwachung. Deshalb gibt es für Privatleute keine gesetzliche Pflicht zur Wartung einer Photovoltaikanlage. Anders sieht die Sache bei gewerblich genutzten Anlagen aus, denn hierbei gibt es tatsächlich eine Wartungspflicht. Das Intervall ist bei gewerblichen Anlagen aber auch von den Bedingungen vor Ort abhängig, vor allem von der potenziellen Gefährdung, die von defekten Komponenten ausgehen kann.

Auch wenn es für private Photovoltaikanlagen keine gesetzliche Pflicht zur Wartung der PV-Anlage gibt, ist eine Wartung von Zeit zu Zeit durchaus sinnvoll. Zum einen verlangen viele Versicherungsgesellschaften, spätestens im Schadensfall, einen Wartungsschein. Zum anderen sorgt das Wissen einer regelmäßigen Überprüfung der Anlage natürlich auch für ein gewisses Sicherheitsgefühl. Nach der Richtlinie zum E-CHECK für die wiederkehrende Prüfung von elektrischen Anlagen wird eine Wartung alle vier Jahre empfohlen (DIN VDE 0105-100). Wie oft die Wartung vor Ort dann tatsächlich erfolgt, ist natürlich trotzdem eine individuelle Entscheidung. In jedem Fall ist die Nutzung eines Monitoring-Services sinnvoll, da hierdurch eine durchgehende Überwachung der Anlagenfunktionalität möglich ist und Probleme sofort auffallen.

Fazit: Durch die Nutzung eines Monitoring-Services ist keine ständige Vor-Ort Wartung nötig

Als Betreiber sollte man regelmäßig die Wartung der PV-Anlage durchführen lassen, heißt es von Installateuren und Herstellern. Zumindest bei Privatleuten ist die Interpretation des Wortes „regelmäßig“ jedoch eine individuelle Auslegungssache, denn wie oft eine Wartung vor Ort tatsächlich nötig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für private Photovoltaikanlagen gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Wartung einer Photovoltaikanlage. Bei gewerblich genutzten Anlagen dagegen ist eine regelmäßige Wartung tatsächlich gesetzlich verpflichtend durchzuführen.

Sinnvoll ist eine Wartung von Zeit zu Zeit aber in jedem Fall, denn viele Versicherungsgesellschaften machen bestimmte Vorgaben zu Wartungsintervallen. Sofern es vonseiten der Versicherung keine Vorgaben gibt, ist es bei privaten Anlagen sinnvoll, eine Wartung nach spätestens vier Jahren durchführen zu lassen. Wir empfehlen unseren Kunden zudem, unseren Monitoring-Service zur Überwachung der Anlagenleistung zu nutzen. Dieser erlaubt die Fernüberwachung der Anlage, wodurch Fehler oder Unstimmigkeiten schnell auffallen und behoben werden können.

 

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