Stellt der Elektrosmog von Photovoltaikanlagen ein Gesundheitsrisiko dar? Sind Photovoltaikanlagen gesundheitsschädlich?

Photovoltaik ist eine der wichtigsten Technologien zur nachhaltigen Stromerzeugung. Trotz hoher Zustimmungswerte und wachsender Photovoltaik-Leistung bestehen nach wie vor einzelne Vorurteile in der deutschen Bevölkerung. Eines dieser Vorurteile ist die Behauptung, dass gefährlicher Elektrosmog von Photovoltaikanlagen ausgeht. Aus diesem Grund stelle die Installation einer Photovoltaikanlage ein Gesundheitsrisiko dar, so Kritiker. Doch was ist dran an dieser Behauptung? In diesem Artikel erfahren Sie zunächst, was Elektrosmog überhaupt und welche Arten von elektrischen Feldern es gibt. Anschließend gehen wir den Fragen nach, welche Strahlung von elektrischen Geräten im Allgemeinen ausgeht und inwiefern der Elektrosmog von Photovoltaikanlagen gesundheitsschädlich ist.

Weitere Themen zu (potenziellen) Risiken der Photovoltaik finden Sie in unseren Artikeln zum Brandschutz bei PV, zum Solarmodul Recycling sowie der Ökobilanz der Solarmodul-Herstellung.

Was ist Smog?

Der Begriff „Smog“ beschreibt im Allgemeinen eine besonders schwere Schadstoffbelastung der Luft. Das Wort ist eine Zusammensetzung der beiden englischen Begriffe für Rauch (smoke) und Nebel (fog). Ursprünglich bezeichnete Smog die sichtbare Dunstschicht in und über Großstädten, also quasi die sichtbare „dicke Luft“ aus Feinstaub und anderen Schadstoffen.

Und was ist Elektrosmog?

Elektrosmog ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Belastungen, die von elektrischen und magnetischen sowie von elektromagnetischen Feldern ausgehen. Elektrosmog bezeichnet dabei kein natürliches Phänomen, sondern künstliche und damit vom Menschen hervorgerufene elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder. Hierbei ist es wichtig, zwischen zwei Arten von Feldern zu unterscheiden:

  1. Niederfrequente elektrische und magnetische Felder
  2. Hochfrequente elektromagnetische Felder

Was sind niederfrequente elektrische und magnetische Felder?

Jedes Elektrogerät im Haushalt benötigt Strom. Die meisten Elektrogeräte, z.B. Waschmaschine, Mikrowelle oder Elektroherd, werden hierzu mit niederfrequentem Wechselstrom betrieben. Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde (Frequenz des Stroms) beträgt dabei weniger als 100 Kilohertz. Solange die Geräte an das Stromnetz angeschlossen sind, sind sie von einem elektrischen Feld umgeben. Ob die Geräte an- oder ausgeschaltet sind, ist nicht relevant. Sobald das Gerät benutzt wird, entstehen zusätzlich magnetische Felder. Während elektrische Felder durch Haus- oder Zimmerwände abgeschirmt werden können, durchdringen magnetische Felder auch Wände und Mauern.

Was sind hochfrequente elektromagnetische Felder?

Hochfrequent bezeichnet eine Frequenz über 100 Kilohertz, also über 100 Schwingungen pro Sekunde. Die Besonderheit hierbei ist, dass die elektrischen und magnetischen Felder immer gleichzeitig auftreten. Deshalb spricht man von „elektromagnetischen“ Feldern. Hochfrequente elektromagnetische Felder entstehen zum Beispiel durch Sendemasten für Mobilfunk, Radio und Fernsehen, aber auch durch Handys, WLAN-Stationen und schnurlose Funktelefone. Zudem kann elektromagnetische Strahlung nicht ohne Weiteres abgeschirmt werden.

Ist Elektrosmog gesundheitsschädlich?

Die Wirkung von Elektrosmog, und insbesondere von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, wird seit Jahren diskutiert. Bis heute ist umstritten, ob und wie schädlich die Strahlung für Menschen und Tiere tatsächlich ist. Besonders kritisiert wurden beispielsweise Mobilfunkmasten für Handys. Anwohner wollen diese oft nicht in ihrer Umgebung haben, da sie sich vor möglichen Wirkungen der elektromagnetischen Strahlung fürchten. Allerdings konnte bislang wissenschaftlich nicht abschließend geklärt werden, ob von diesen Masten tatsächlich ein Gesundheitsrisiko ausgeht. Eine wesentlich höhere Strahlung geht dagegen von Handys selbst aus, weshalb Grenzwerte vom Gesetzgeber festgelegt wurden. Allerdings konnten Wissenschaftler bisher kein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch Handys feststellen. Ebenso wenig nachgewiesen ist „Elektrosensibilität“. Auch wenn manche Menschen behaupten, durch elektrische und magnetische Strahlung Kopfschmerzen zu bekommen oder schlechter schlafen zu können – wissenschaftlich belegt sind diese Zusammenhänge nicht.

Natürliche Strahlung kommt in jedem Lebewesen vor

Darüber hinaus kommen in allen Lebewesen natürliche elektrische Felder und Ströme vor, z.B. durch Nerven, die ihre Signale als elektrische Impulse weiterleiten. Beim Menschen beträgt diese natürliche elektrische Feldstärke zwischen 5 – 50 Millivolt pro Meter. Allerdings können künstliche elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder im menschlichen Körper zusätzliche Felder hervorrufen. Solange die Werte dieser aber im körpereigenen Bereich bleiben, haben sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen keine negativen Wirkungen. Erst wenn bestimmte biologische Wirkungsschwellen überschritten werden, kann es zu negativen Effekten wie Herzrhythmusstörungen kommen.

Grenzwerte und Regelungen verhindern Gesundheitsschäden

Die von Elektrosmog ausgehenden potenziellen Gesundheitsschäden konnten allerdings erst ab dem 100-fachen des menschlichen Basiswertes nachgewiesen werden. Für jegliche Quellen elektrischer und magnetischer sowie elektromagnetischer Felder wurden daher national und international Regelungen getroffen und Grenzwerte festgelegt. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz ist bei Einhaltung der Grenzwerte „der Schutz vor nachgewiesenen gesundheitlichen Wirkungen gewährleistet.“

Wie viel Strahlung geht von elektrischen Haushaltsgeräten aus?

Die von Haushaltsgeräten ausgehenden Feldstärken sind in der Regel gering. Nur unmittelbar an der Oberfläche mancher Geräte können lokal hohe Werte auftreten, z.B. beim Föhn. Zudem nehmen die Feldstärken mit jedem Zentimeter Entfernung vom Gerät erheblich ab. Im Gebrauchsabstand ist das Magnetfeld (Fachwort: magnetische Flussdichte) daher bei den meisten Geräten gering.

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die magnetische Flussdichte verschiedener Haushaltsgeräte (Werte vom Bundesamt für Strahlenschutz).

Haushaltsgerät 3 cm Abstand (Flussdichte) 30 cm Abstand (Flussdichte) 100 cm Abstand (Flussdichte)
Föhn (für Haare) 6 – 2000 0,01 – 7 0,01 – 0,3
Elektrischer Rasierer 15 – 1500 0,08 – 9 0,01 – 0,3
Staubsauger 200 – 800 2 – 20 0,13 – 2
Mikrowelle 73 – 200 4 – 8 0,25 – 0,6
Bügeleisen 8 – 30 0,12 – 0,3 0,01 – 0,03
Computer 0,5 – 30 Weniger als 0,01
Fernseher 2,5 – 50 0,04 – 2 0,01 – 0,15

Zur Einordnung der Werte: Eine Flussdichte von unter 100 gewährleistet, dass im Körper ein Grenzwert von 20 Millivolt pro Meter nicht überschritten wird. Dieser Wert gilt selbst bei Dauereinwirkung als gesundheitlich unbedenklich.

Verursachen auch Photovoltaikanlagen Elektrosmog?

Wie bereits erläutert, entstehen grundsätzlich durch alle elektrischen Geräten elektrische und magnetische Felder. Da Wechselrichter, Solarmodule und Wechselstrominstallationen ebenfalls solche Felder hervorrufen, entsteht Elektrosmog auch durch Photovoltaikanlagen. Allerdings geht von PV-Anlagen keine erhöhte oder gar gefährliche Strahlung aus. Die von den Modulen erzeugten Felder weisen im Abstand von 30-50 Zentimetern Werte auf, die dem natürlichen Erdmagnetfeld entsprechen. Wechselrichter verursachen zwar auch höherfrequente Wechselfelder, doch ein durchdachter Aufbau der Anlage (z.B. Wechselrichter im Keller) reduziert auch hier die Strahlung auf ein Minimum. Dementsprechend stellt eine Photovoltaikanlage kein Gesundheitsrisiko dar.

Fazit: Photovoltaikanlagen sind nicht gesundheitsschädlich

Um die Photovoltaik ranken sich so manche Mythen und Irrtümer. Trotz des ökologischen und ökonomischen Nutzens von Photovoltaik besteht auch heute noch das Vorurteil, dass schädlicher Elektrosmog von Photovoltaikanlagen ausgeht. Laut Kritikern stelle eine Photovoltaikanlage ein Gesundheitsrisiko dar, da die schädliche Strahlung u.a. krebserregend sei. Um erst gar keine Angst entstehen zu lassen: Die Aussage, dass Photovoltaikanlagen gesundheitsschädlich sind, ist schlichtweg falsch.

Generell erzeugen alle elektrischen Geräte elektrische und magnetische Felder. Allerdings bedeutet dies nicht, dass diese Felder und damit alle Elektrogeräte gesundheitsschädlich sind. Kurz gesagt: Es entsteht zwar auch bei Photovoltaikanlagen Elektrosmog, aber diese elektrischen und magnetischen Felder stellen kein Gesundheitsrisiko dar. Photovoltaikanlagen sind weder gesundheitsschädlich oder krebserregend, noch lösen sie Kopfschmerzen aus. Sie können daher auch mit einer Photovoltaikanlage ruhig schlafen. Zumal in der Nacht durch die fehlende Sonne (und damit eine inaktive PV-Anlage) ohnehin keine magnetischen Felder entstehen.

 

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