Photovoltaik Einspeisevergütung 2020 für PV-Anlagen

Fluch oder Segen – oder beides zugleich? Bei der Bewertung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, kurz EEG, scheiden sich schonmal die Geister. Während die einen die höhere Kostenbelastung beklagen, loben die anderen die finanzielle Förderung des Ausbaus von erneuerbaren Energien in Deutschland. Doch was steckt eigentlich hinter dem EEG und der Einspeisevergütung für PV-Anlagen? Und lohnt sich die Photovoltaik Einspeisevergütung überhaupt noch im Jahr 2020?

Wie hängen EEG und Einspeisevergütung zusammen?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist ein Instrument zur Förderung des Stroms aus erneuerbaren Energien. Das Gesetz betrifft nicht nur die deutschen Endverbraucher, sondern auch jene, die Strom aus erneuerbaren Energien ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Damit regelt das EEG auch, wie viel Geld die Betreiber privater Photovoltaikanlagen für die Einspeisung von Solarstrom erhalten. Die Finanzierung des Ausbaus von erneuerbaren Energieanlagen erfolgt damit unter anderem durch die Zahlung einer Einspeisevergütung an die Anlagenbetreiber pro Kilowattstunde eingespeistem Strom. Finanziert wird die Vergütung durch die sogenannte EEG-Umlage, die alle Endverbraucher über ihre Stromrechnung bezahlen.

Seit wann und warum gibt es das Erneuerbare-Energien-Gesetz?

Erstmals trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Jahr 2000 in Kraft, weshalb der Ausbau von Photovoltaik in Deutschland zu diesem Zeitpunkt langsam Fahrt aufnahm. Seit dem Jahr 2000 wurde das EEG immer wieder überarbeitet und angepasst (2004, 2009, 2012, 2014, 2017). Das Ziel des EEGs ist der Umbau der Energieversorgung in Deutschland, genauer der Ausbau des Stromanteils aus erneuerbaren Energien. Gründe für dieses Ziel sind allen voran natürlich der Umwelt- und Klimaschutz, aber auch die langfristige Verringerung der volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung, die Schonung fossiler Energieressourcen sowie die Weiterentwicklung von Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien.

Wie profitieren Photovoltaikanlagenbetreiber von der Einspeisevergütung?

Dank der Einspeisevergütung lässt sich mit dem überschüssigen Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage recht einfach Geld verdienen. Der Vergütungssatz ist abhängig von der Größe der Anlage und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Der Vergütungssatz bleibt für Anlagenbetreiber 20 Jahre bestehen. In den ersten Jahren erhielten PV-Anlagenbetreiber noch hohe Vergütungen für eingespeisten Solarstrom. Über die Jahre sanken die Vergütungssätze jedoch immer weiter ab. Fairerweise muss jedoch auch gesagt werden, dass die Investitionskosten über die Jahre ebenfalls deutlich gesunken sind. Bei Großanlagen mit einer Leistung von mehr als 750 kWp wird die Höhe der Vergütung dagegen durch Ausschreibungen festgesetzt. Private Photovoltaikanlagen überschreiten jedoch meist nicht die Größe von 10 kWp, weshalb in der nachfolgenden Tabelle nur die Sätze für Anlagen dieser Größe aufgeführt sind.

Übersicht über die aktuelle EEG Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen 2020

Zeitpunkt der Inbetriebnahme Einspeisevergütung für PV-Anlagen bis 10 kWp
01.01.2020 9,87 Cent pro kWh
01.02.2020 9,72 pro kWh
01.03.2020 9,58 pro kWh
01.04.2020 9,44

Lohnt sich die Photovoltaik Einspeisevergütung für PV-Anlagen 2020?

In den ersten Jahren nach Einführung des EEGs dienten Photovoltaikanlagen der Volleinspeisung des Solarstroms. Volleinspeisung bedeutet, dass der gesamte mithilfe der PV-Anlage erzeugte Strom in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Die Betreiber der Anlage erzielen ihren wirtschaftlichen Gewinn damit durch die Einspeisevergütung und beziehen für den eigenen Verbrauch weiterhin Strom aus dem Netz. Das Modell der Volleinspeisung stellt einerseits eine unkomplizierte Möglichkeit dar, mit Solarstrom Geld zu erzielen. Andererseits liegt der Vergütungssatz seit dem Jahr 2012 unter dem aktuellen Strompreis. Aus diesem Grund ist es für die Betreiber neuerer Anlagen wirtschaftlicher, den erzeugten Strom vornehmlich für die Eigenversorgung zu nutzen. Für Stromüberschüsse ist die Einspeisevergütung aber auch 2020 weiterhin praktisch, denn hierdurch erhält ein Haushalt auf unkomplizierte Weise Geld für ungenutzten Strom.

Wie können Haushalte den Eigenverbrauch bestmöglich erhöhen?

Aufgrund der Differenz zwischen der Höhe der Einspeisevergütung und dem aktuellen Strompreis ist die Optimierung des Eigenverbrauchs das oberste Ziel neuer PV-Anlagen. Zuerst sollte hierfür eine Anpassung des Nutzungsverhaltens an die Eigenschaften einer PV-Anlage stattfinden. Beispielsweise sollten stromintensive Geräte wie Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner möglichst zu Sonnenzeiten betrieben werden. Darüber hinaus lässt sich der Eigenbedarf auch durch die Anschaffung zusätzlicher Komponenten erhöhen. So ermöglicht beispielsweise eine Solarbatterie, überschüssigen Strom für spätere Zeitpunkte zu speichern, in denen die Sonne nicht (genug) scheint. Auch die Anschaffung eines Elektroautos ist eine gute Möglichkeit zur Erhöhung des Eigenverbrauchs, da der Strom zum Tanken verwendet werden kann. In diesem Artikel finden Sie ausführliche Infos und Tipps zur Erhöhung Ihres Eigenverbrauchs. Für eventuelle Strom „Reste“ nach der Optimierung können Sie dann die Einspeisevergütung nutzen.

Gibt es Alternativen zur Photovoltaik Einspeisevergütung?

Als Alternative zur Einspeisevergütung ist auch die eigene Vermarktung des Solarstroms möglich. Hierdurch erhält der Betreiber zusätzlich zum Verkaufspreis eine Marktprämie. Diese Marktprämie ist so hoch, dass sie zusammen mit dem durchschnittlichen Börsenpreis der Höhe der Einspeisevergütung entspricht. Diese Option ist dann lohnenswert, wenn für den verkauften Solarstrom ein Preis erzielt wird, der über dem Börsenstrompreis liegt.

Fazit: Eigenverbrauch ist für neue PV-Anlagen wirtschaftlicher als die Einspeisevergütung 2020

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat 2000 den Grundstein für den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland gelegt. Seitdem legt das EEG die Höhe der Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien fest. Da die Einspeisevergütung seit dem Jahr 2012 unter dem aktuellen Strompreis liegt, zielen neuere PV-Anlagen auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch ab. Zur Optimierung des Eigenverbrauchs können Betreiber verschiedene Maßnahmen ergreifen. Im Falle von Stromresten kann natürlich immer noch auf die Einspeisevergütung zurückgegriffen werden.

 

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