Photovoltaikanlagen Einkommenssteuer

Dieser Artikel bildet den zweiten Teil unserer Reihe zur steuerlichen Behandlung von Photovoltaikanlagen. Nachdem im ersten Teil die Regelungen bezüglich der Umsatzsteuer erklärt wurden, widmet sich dieser Artikel den Vorschriften zur Einkommenssteuer bei Photovoltaikanlagen. Im dritten Teil stehen dann die Gewerbesteuer und Grunderwerbssteuer im Fokus. Dort finden Sie auch ein zusammenfassendes Fazit.

Wird bei Photovoltaikanlagen eine Einkommenssteuer fällig?

Die durch den Betrieb einer Photovoltaikanlage erwirtschafteten Einkünfte müssen grundsätzlich versteuert werden. In der Steuererklärung ist hierfür die Anlage G „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ auszufüllen. Der Satz entspricht dem eigenen Einkommenssteuersatz. Für die Berechnung der Einnahmen muss der Anlagenbetreiber eine sogenannte „Einnahmen-Überschuss-Rechnung“ erstellen. Bei dieser Rechnung wird die Summe aller Einnahmen (Einspeisevergütung, Eigenverbrauch) der Summe der Betriebsausgaben gegenübergestellt. Bei einem positiven Ergebnis ist auf den Gewinn eine Einkommenssteuer zu zahlen.

Die Zahlung einer Einkommenssteuer für Photovoltaikanlagen entfällt demensprechend, wenn keine Gewinne vorliegen. Bei Inselanlagen (= nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossene Anlagen) entfällt die Zahlung einer Einkommenssteuer grundsätzlich. Zudem können Sie versuchen, das Finanzamt davon zu überzeugen, dass Ihre PV-Anlage nur eine „Liebhaberei“ ist. Sie müssen dazu allerdings nachweisen, dass Sie über einen längeren Zeitpunkt keinen Gewinn mit der Anlage erzielt haben.

Berechnung der erwirtschafteten Einnahmen

Zu den durch eine PV-Anlage erwirtschafteten Einnahmen zählen sowohl die Einspeisevergütung, als auch die Einnahmen durch den Eigenverbrauch des Solarstroms. Die Summe der Einspeisevergütung ist einfach zu bestimmen, da es sich um die vom Stromanbieter gezahlte Vergütung handelt. Die durch den Eigenverbrauch erzielten Gewinne sind dagegen selbst zu berechnen. Die Richtgröße bilden hier entweder die Stromherstellungskosten, der voraussichtliche Marktpreis für PV-Strom oder die Pauschale von 20 Cent pro Kilowattstunde. Wenn ein Zweirichtungszähler und ein Erzeugungszähler vorhanden sind, kann der Wert mithilfe der Differenz von Jahresertrag und eingespeister Strommenge bestimmt werden.

Abschreibung von Photovoltaikanlagen bei der Einkommenssteuer

Eine Abschreibung berücksichtigt den Wertverlust einer Investition über die Nutzungsdauer. Bei Photovoltaikanlagen kann diese Abschreibung in die Einnahmen-Überschuss-Rechnung einbezogen werden. Hierdurch sinkt der erwirtschaftete Gewinn und damit die zu zahlenden Steuern. Für Privathaushalte wird eine lineare Abschreibung der Anschaffungskosten über 20 Jahre vorgenommen. Der durch 20 geteilte Anschaffungspreis ergibt somit den jährlich abschreibbaren Wertverlust. Beispiel: Bei einem Anschaffungspreis von 10.000 Euro ergibt sich eine jährliche Abschreibung in Höhe von 500 Euro (10.000 / 20 = 500).

Weitere Betriebskosten der PV-Anlage bei der Einkommenssteuer

Neben der Abschreibung des Anschaffungspreises können auch die Zinsen für einen Kredit, Ausgaben für eine Versicherung, Wartungskosten und Reparaturkosten als Betriebskosten bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung angegeben werden. Ob auch eine Abschreibung des Anschaffungspreises eines Stromspeichers möglich ist, hängt vom jeweiligen Finanzamt ab. Erkundigen Sie sich daher bei Ihrem zuständigen Finanzamt, ob eine Abschreibung des Speichers möglich ist. Je höher die Summe der Betriebskosten ist, desto weniger Steuern müssen Sie zahlen. Sammeln Sie daher unbedingt alle Rechnungen, um die Ausgaben nachzuweisen.

Fazit: Einkommenssteuer bei Photovoltaikanlagen

Wer mit einer Photovoltaikanlage Gewinne erzielt, muss diese im Rahmen der Einkommenssteuererklärung angeben und versteuern. Für die Berechnung der Gewinne ist eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erstellen. Je höher die Betriebskosten der Photovoltaikanlage sind, desto weniger Steuern müssen Sie zahlen. Den Hauptkostenpunkt bildet hierbei die Abschreibung der Anschaffungskosten der Anlage über 20 Jahre.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel nur einen ersten Überblick bezüglich der Einkommenssteuer bei Photovoltaikanlagen gibt. Wenden Sie sich vor dem Kauf einer PV-Anlage am besten an einen Steuerberater, um Ihren individuellen Fall zu besprechen. Da Änderungen bei den steuerrechtlichen Vorschriften möglich sind, übernehmen wir keine Garantie für die hier veröffentlichten Informationen.

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