Wann ist der PV-Deckel erreicht? Die EEG-Förderung von PV-Anlagen ist gefährdet

Der Bau weiterer Photovoltaikanlagen in Deutschland ist gefährdet. Grund hierfür ist der 52 Gigawatt PV-Deckel (auch Solardeckel genannt), welcher im Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2012 verankert ist. Trotz der Forderung zahlreicher Verbände, den PV-Deckel ersatzlos zu streichen, hat die Politik bisher nicht reagiert. Doch wann wird der PV-Deckel voraussichtlich erreicht und was bedeutet das für PV-Anlagen von Privatleuten und Unternehmen?

 

Update: Der PV-Deckel wird endlich abgeschafft

Der 20. September 2019 ist ein wichtiger Tag für die Photovoltaik in Deutschland.  Das in langen Verhandlungen entstandene Klimaschutzpaket beendet die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Photovoltaik-Förderung durch die Streichung des 52 Gigawatt PV-Deckels. So sieht das Klimaschutzprogramm 2030 einen Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien auf 65 Prozent vor. Unter dem Punkt Energiewirtschaft heißt es: „Der derzeit noch bestehende Deckel von 52 Gigawatt für die Förderung des Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen wird aufgehoben“.

Anfang Oktober legte die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen entsprechenden Entwurf zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vor, um die Abschaffung des PV-Deckels gesetzlich zu fixieren. In den nächsten Wochen beschäftigt sich die Politik mit der konkreten Ausgestaltung des Klimapakets. Sobald der Plan steht, werden wir die Maßnahmen in einem Artikel vorstellen und an dieser Stelle verlinken.

Was ist der 52-GW PV-Deckel und was bedeutet er für PV-Anlagen?

Photovoltaikanlagen werden in Deutschland durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz und eine entsprechende steuerliche Abgabe gefördert. Bisher erhalten die Betreiber von PV-Anlagen für eingespeisten Solarstrom 20 Jahre lang eine feste Vergütung. Der Solardeckel sieht ein Ende dieser Förderung bei einer installierten Solarkapazität von 52 Gigawatt vor. Das bedeutet, dass neue Photovoltaikanlagen keine Einspeisevergütung mehr erhalten, wenn alle in Deutschland installierten PV-Anlagen zusammen eine Leistung von 52 Gigawatt erreichen. Laut des Hauptgeschäftsführers des Bundesverbands Solarwirtschaft (Carsten König) stammt der Solardeckel aus einer Zeit, in der Solarstrom noch teuer war. Mittlerweile zählt Photovoltaik jedoch zu den günstigsten Energieerzeugungsformen überhaupt.

Wann wird der 52-GW PV-Deckel erreicht?

An welchem Tag die 52-Gigawatt erreicht sind, kann niemand genau sagen. Doch zahlreiche Experten sind sich einig, dass es im Laufe des kommenden Jahres 2020 zur Überschreitung der Leistungsgrenze kommt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag die Gesamtleistung der deutschen PV-Anlagen Ende Juni 2019 bei knapp 48 Gigawatt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geht aktuell davon aus, dass die 52 Gigawatt bereits im Frühjahr oder Sommer 2020 erreicht werden. Für bestehende PV-Anlagen hat der PV-Deckel übrigens keine Bedeutung, da die Einspeisevergütung 20 Jahre lang ab Inbetriebnahme garantiert ist.

Warum streicht die Politik den PV-Deckel nicht einfach?

Widerstand gegen den Solardeckel gibt es bereits seit geraumer Zeit von zahlreichen Verbänden (u.a. Energiewirtschaft, Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz). So fordert beispielsweise der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) seit Monaten eine ersatzlose Streichung des PV-Deckels. Das Ende der EEG-Förderung wäre nicht nur für die Solarbranche, Privathaushalte und Unternehmen schmerzhaft, sondern gefährdet auch die deutschen Klimaziele. Wenn durch den Wegfall der Förderung weniger neue Photovoltaikanlagen installiert werden, ist das Erreichen der geplanten jährlichen Zubau-Ziele unmöglich. Trotz der gesellschaftlichen Entwicklung in den letzten Monate (Fridays-For-Future-Proteste, Wahlergebnisse, Protest zahlreicher Umweltverbände) hat die Politik bisher nicht reagiert. Aktionen wie #DerPVDeckelMussWeg oder die Petition „Sag Ja zu Solar“ wollen die öffentliche und politische Aufmerksamkeit auf das Thema lenken, um die politischen Entscheidungsträger zu einer Streichung des Solardeckels zu bewegen. Bisher jedoch ohne Erfolg.

Was sollen Privathaushalte tun, die über die Anschaffung einer PV-Anlage nachdenken?

Neue Photovoltaikanlagen zielen vor allem auf den Eigenverbrauch des Solarstroms ab, da die Einspeisevergütung seit Jahren gesunken ist und deutlich unter dem aktuellen Stromspeis liegt. Trotzdem stellt die Einspeisevergütung eine zusätzliche Einnahmequelle dar, deren Wegfall mit finanziellen Einbußen für Privathausalte einhergeht. Die Verbraucherzentrale NRW warnt davor, in Panik zu verfallen – rät Privathaushalten und Unternehmen aber zu entschlossenem Handeln, wenn die Anschaffung einer PV-Anlage geplant ist. Da für die Planung eine Vorlaufzeit von zwei bis sechs Monaten einzukalkulieren ist, sollten Interessierte sich zeitnah nach einem passenden Photovoltaik-Fachbetrieb umsehen. Vorteilhaft sei hierbei ein Unternehmen aus der Region. Eine persönliche Beratung und ein Ansprechpartner vor Ort sorgen für Sicherheit und erleichtern die gemeinsame Planung der Photovoltaikanlage.

Fazit: Wer die Anschaffung einer PV-Anlage plant, sollte handeln

Photovoltaik ist heute die günstigste Art der Stromerzeugung in Deutschland, verglichen mit anderen Kraftwerkstypen. Der 52-Gigawatt PV-Deckel stammt aus einer Zeit, als Photovoltaik noch teuer war, doch der Preis für Photovoltaikmodule ist in den letzten Jahren stark gesunken. Privathaushalte und Unternehmen können mit einer eigenen Photovoltaikanlage günstig Strom erzeugen. Auch wenn das oberste Ziel der Eigenverbrauch des Solarstroms ist, stellt die Einspeisevergütung eine weitere Einnahmequelle dar. Ohne eine (rechtzeitige) Reaktion der Bundesregierung erhalten neue PV-Anlagen nach Erreichen des PV-Deckels keine Einspeisevergütung mehr. Aktuell ist die Regierung jedoch noch zerstritten. Wer die Anschaffung einer Photovoltaikanlage plant, sollte sicherheitshalber zur Tat schreiten und einen passenden Photovoltaik-Fachbetrieb suchen. Achten Sie auf eine persönliche Beratung, eine transparente Leistungs- und Kostenaufstellung sowie die sichere Durchführung der Montage und Installation.

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