Die wichtigsten Kennzahlen von Stromspeichern wie Ladezyklen oder Nutzkapazität

Photovoltaikanlagen erlauben eine selbstständige und umweltfreundliche Stromerzeugung – allerdings nur, solange die Sonne scheint. Um nach Sonnenuntergang keinen teuren Strom aus dem Netz beziehen zu müssen, ist der Kauf eines Speichers sinnvoll. Im letzten Jahr wurde bereits jede zweite PV-Anlage direkt mit einem Speicher kombiniert, auch aufgrund von Förderprogrammen von Bundesländern wie Rheinland-Pfalz oder Bayern. Wer sich für die Anschaffung eines Stromspeichers entschieden hat, steht vor der Qual der Wahl: In den letzten Jahren ist das Angebot deutlich gewachsen. Um die richtige Entscheidung treffen zu können, ist es daher ratsam, sich mit den wichtigsten Kennzahlen von Stromspeichern vertraut zu machen. Diese sind: Speicherkapazität, Anzahl der Ladezyklen, Wirkungsgrad, maximale Entladetiefe und Nutzkapazität.

Wenn Sie bereits eine Photovoltaikanlage besitzen und sich fragen, ob eine nachträgliche Anschaffung sinnvoll ist, werfen Sie gerne einen Blick den Artikel „Für wen sich die Nachrüstung eines Stromspeichers (nicht) lohnt.“

Speicherkapazität

Die Speicherkapazität wird auch Nennkapazität genannt und gibt an, wie viel Energie maximal gespeichert werden kann. Welche Kapazität der Speicher haben sollte, hängt von verschiedenen Faktoren wie der Größe der Photovoltaikanlage, dem Strombedarf des Haushaltes sowie dem Nutzungsverhalten. Wenn viel Strom abends gebraucht wird, sollte beispielsweise ein größerer Speicher angeschafft werden, als bei einem geringen Strombedarf nach Sonnenuntergang.

Anzahl der Ladezyklen

Ein Ladezyklus bezeichnet einen vollständigen Vorgang des Aufladens, Speicherns und Entladens von Energie.  Wie alle anderen Akkus verschleißt auch ein Stromspeicher durch die Nutzung. Die Zahl der Ladezyklen (z.B. 10.000) gibt an, wie viele vollständige Ladezyklen der Speicher leisten kann, bevor es zu deutlichen Abnutzungserscheinungen kommt. Die Angaben von Herstellern beziehen sich in diesem Sinne meist auf eine Mindestleistung, die der Speicher nach den angegebenen Ladezyklen noch aufweist (z.B. 70 Prozent). Die Anzahl der Ladezyklen ist daher eine entscheidende Kennzahl bei der Auswahl eines Speichers und sollte möglichst hoch sein. Wenn der Speicher nicht vollständig aufgeladen und vollständig entladen wird, handelt es sich um Teil-Zyklen.

Die Lebensdauer eines Speichers ist aber nicht nur von der Anzahl der Ladezyklen abhängig. Eine Batterie altert auch, wenn sie nicht benutzt wird. Die Lebensdauer kann daher auch durch eine seltenere Nutzung des Speichers nicht erhöht werden.

Wirkungsgrad

Eine weitere wichtige Kennzahl ist der Wirkungsgrad des Speichers, welcher das Verhältnis von eingeführter und abrufbarer Energie in Prozentzahlen beschreibt. Während des Auf- und Entladens kommt es zum sogenannten Umwandlungsverlust, bei dem ein Teil der Energie zu Wärme wird. Je geringer dieser Umwandlungsverlust ist, desto besser fällt der Wirkungsgrad eines Akkus aus. Ein Wirkungsgrad von 95 Prozent bedeutet beispielsweise, dass 95 Prozent der eingeflossenen Energie nach der Speicherung wieder abrufbar ist.

Maximale Entladetiefe

Die vollständige Entladung eines Akkus verringert seine Lebensdauer deutlich. Eine vollständige Ausschöpfung der Akku-Kapazität ist daher in der Praxis nicht möglich bzw. sollte nicht stattfinden. Die Entladetiefe gibt daher an, wie viel Prozent der Speicherkapazität maximal entnommen werden kann, ohne die angegebene Lebensdauer des Akkus zu verringern. Wie beim Wirkungsgrad ist auch hier eine möglichst hohe Prozentzahl das Ziel.

Nutzkapazität

Da ein Stromspeicher nicht vollständig entladen werden sollte, ist die Nutzkapazität die entscheidende Angabe zur Messung der Speicherkapazität. Sie gibt an, wie viel Speicherkapazität zur Verfügung steht, wenn die vorgegebene Entladetiefe eingehalten wird.

Fazit: Kennzahlen von Stromspeichern helfen bei Kaufentscheidung

Die Anschaffung eines Solarstromspeichers setzt eine gewisse Auseinandersetzung mit dem Thema Stromspeicher voraus. Wer weiß, was sich hinter den einzelnen Kennzahlen von Stromspeichern verbirgt, kann eine fundiertere Kaufentscheidung treffen. Die nächsten Schritte auf dem Weg zur Anschaffung eines Stromspeichers sind die Wahl der Speichertechnologie und die Art und Weise von Kopplung und Stromspeicherung.

Auch wenn Sie sich viel Wissen auch selber aneignen können, ist eine Beratung vor dem Kauf eines Stromspeichers ratsam. Wenden Sie sich hierzu gerne an den Experten – egal, ob Sie bereits eine PV-Anlage besitzen oder noch in der Planungsphase sind. Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung der Anlage und weiterer Komponenten.

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